Geredet wird viel von ihr – aber was ist die Schufa eigentlich genau?

26. Januar 2012 Feedback schreiben

Fast jeder hat den Namen schon einmal gehört, und viel zu viele Menschen haben bereits Bekanntschaft mit ihr gemacht – die Rede ist von der Schufa. Jeder verbindet mit diesem Namen etwas Negatives. Dennoch wissen die wenigsten, was die Schufa eigentlich genau ist oder macht.

Bereits im Jahre 1927 wurde die Schufa, also die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, in Berlin gegründet. Das Ziel war hier, eine neutrale Stelle einzurichten, die Lieferanten Händlern und auch Stromversorgern die Möglichkeit gibt, Auskünfte über Personen bezüglich deren Schuldensituation zu erhalten. Schon zwei Jahre später gibt es hier 1,5 Millionen Daten, die von den privaten Kreditnehmern stammen.

Zu Mitte der Neunziger Jahre wurde auch der Kredit-Score bei der Schufa eingeführt. Dieser ordnet dem Verbraucher einen Bonitätswert zu, der ganz individuell ist.

Die Aufgabe der Schufa ist recht einfach erklärt, das private Wirtschaftsunternehmen sammelt Informationen über die privaten Verbraucher. Diese werden dann ausgewertet und weitergegeben. Das ist der Grund, warum man die Schufa auch als Auskunftei bezeichnet. Selbst sieht die Schufa ihre Aufgabe darin, ihre Vertragspartner zu schützen vor Kreditausfällen. Gleichzeitig will man auch den Verbraucher abhalten davon, in eine Überschuldung zu geraten.

Vom Grundprinzip her ist es so, dass ein Informationsaustausch stattfindet zwischen dem Vertragspartnern und der Schufa. Jeder einzelne Vertragspartner erhält dann die Daten über den Kunden und natürlich auch über dessen Bonität. Er ist aber auch im Gegenzug verpflichtet, alle ihm bekannt werdenden Informationen auch an die Schufa weiterzuleiten, etwa über den Abschluss eines Kreditvertrages. Nach diesem System sammelt die Schufa unermüdlich Daten über die Verbraucher. Mittlerweile sind in der Schufa 440 Millionen Einzeldaten gespeichert, und das von rund 65 Millionen Deutschen.

Früher wurden nur die Daten gesammelt, die personenbezogen sind, heute wird aber auch die Übermittlung eines sogenannten Scoring-Werts angeboten. Dieser Wert ist individuell, er liegt zwischen 1 und 1000 und wird jedem Verbraucher separat zugeteilt. Je höher dieser Score ist, desto geringer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Kreditausfall kommt. Allerdings ist dieser Wert umstritten, denn er lässt nicht wirklich eine ganz individuelle Beurteilung zu. Um diesen Score zu ermitteln werden gar keine kundenspezifischen Daten genutzt, es erfolgt lediglich eine Bewertung von Daten nach den Kennzahlen von einer Vergleichsgruppe, die ähnliche Daten hat. Hier wird die persönliche Situation zur Festlegung des Scores gar nicht mit herangezogen. Da stellt man sich natürlich schon die Frage, welchen Wert ein solcher Score haben kann. Dennoch gibt es sehr viele Unternehmen, die sich nach diesem Score richten und Kunden keinen Kredit gewähren, weil der Score nicht stimmt.

Wer diese Art von unangemessener Bewertung umgehen möchte, der sollte sich gleich einmal umschauen, ob man einen Kredit schufafrei bekommt, denn dann muss man keine Angst haben, dass man anhand eines Scores bemessen wird, der gar nicht nach den eigenen Daten erstellt wurde, sondern durch andere Daten.

 

Bildquelle: Wilhelmine Wulff  / pixelio.de

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