Bei Internet-Krediten sollte man immer aufpassen – Warnung der EU-Kommission

10. Januar 2012 Feedback schreiben

Alle, die sich jemals nach einem Kredit im Internet umgesehen haben wissen ganz genau, dass es in diesem Bereich wirklich jede Menge schwarze Schafe gibt, wohl noch weitaus mehr, als dies in anderen Branchen der Fall ist. Dennoch ist es immer so, dass die Aussicht auf einen schnellen Kredit, mal eben so über das Internet, sehr verlockend sind. Dennoch hat die EU-Kommission herausgefunden, dass es bei sehr vielen Anbietern vorkommt, dass wichtige Informationen einfach verschwiegen werden oder so versteckt untergebracht sind, dass man sie gar nicht finden kann. So kann es rasch vorkommen, dass dieses schnelle Geld im Endeffekt so richtig teuer wird.

Die EU-Kommission ließ in allen Ländern der EU und auch in Island und Norwegen von den Aufsichtsbehörden dort Internetseiten prüfen, die Verbraucherkredite anboten. Insgesamt 500 solcher Seiten wurden überprüft, und das Ergebnis ist eindeutig. Beim Großteil der Seiten ist es so, dass hier sehr wichtige Verbraucherinformationen ganz einfach fehlten, die beispielsweise die Laufzeit oder auch den Zinssatz betreffen. Oder aber sie sind einfach nur irreführend beschrieben. Es sind demnach gerade einmal dreißig Prozent der Seiten, die die verbraucherrechtlichen Vorschriften auch wirklich einhalten. Diese Seiten bestanden den Test natürlich. In Deutschland wurden insgesamt 26 Seiten getestet, und davon wurden 20 beanstandet.

So kann es schnell vorkommen, dass einem ein Kredit viel teurer kommt, als man dies gedacht hat. Die Punkte, die am häufigsten bemängelt wurden waren zum einen, dass in der Werbung die vorgeschriebenen Angaben bezüglich Laufzeit und auch effektivem Jahreszins nicht enthalten waren, dies traf fast auf die Hälfte aller geprüften Seiten zu. Keine klaren Angaben bezüglich der Gesamtkosten gab es bei noch mehr als vierzig Prozent der Anbieter. Und bei zwanzig Prozent der Anbieterseiten wurden gleich noch die Kosten des gesamten Kredit entweder falsch dargestellt, oder auch sehr irreführend. In einigen Fällen wurde beispielsweise die Gebühr verschwiegen, die für eine obligatorische Versicherung erhoben wurde.

Natürlich gibt es hier Konsequenzen, die nationalen Aufsichtsbehörden sind angehalten, die Betreiber aller Seiten, die beanstandet wurden, zu Korrekturen und auch Klarstellungen der eigenen Angaben aufzufordern. Kommen diese dem Ganzen nicht nach, dann drohen hier Geldstrafen oder auch die Abschaltung der gesamten Webseite, das hängt vom jeweils nationalen Recht ab. Die Ergebnisse dieser Gespräche werden bis zum Herbst von der EU-Kommission erwartet.

Bis dahin gilt, dass man auf jeden Fall die Augen offen halten sollte, das gilt für jeden herkömmlichen Kredit, den man im Internet beantragt genauso wie für all die Kredite ohne Schufa, die es im Netz im Angebot gibt. Im Zweifel sollte man immer auf die bewährten Anbieter zurückgreifen.

 

Bildquelle: knipseline  / pixelio.de

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